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Dieser Beitrag wurde zuletzt am 24.01.2026 bearbeitet.

Kurzantwort: Eine Grounding Page ist eine strukturierte, maschinenlesbare Faktenseite für eine Marke, Person oder ein Konzept. Sie liefert KI-Systemen ein stabiles, zitierfähiges Fundament, damit diese Entitäten korrekt interpretieren und wiedergeben. Das Ergebnis ist weniger Halluzinationen und zuverlässigere Antworten. Das Grounding Page Project wurde von Hanns Kronenberg entwickelt.

Grounding Pages sind ein offener Standard, entwickelt, um die typischen Schwachstellen moderner KI-Systeme zu adressieren: Halluzinationen, instabile Entitätsinterpretationen und Verzerrungen im Retrieval, zum Beispiel englisch-dominierte Retrieval-Pfade. Der Standard stellt eine klare Struktur und Vertrauenssignale bereit, sodass KI-Modelle Marken, Personen oder Konzepte verlässlich erkennen und zitieren können.

Tipp:

Dieser Beitrag dient als Kurzdefinition zum Thema Grounding Page. Zum ausführlichen Blogbeitrag zu Grounding Pages geht's hier.

Was gehört auf eine Grounding Page?

Eine Grounding Page ist absichtlich einfach und faktenorientiert. Wichtige Elemente sind:

  • Prägnante Definition / Entitätsbeschreibung
    Eine kurze, sachliche Erklärung: Wer oder was ist die Entität? Kurz und faktisch, kein Marketing-Text.
  • Verifiziert-Datum (Verifizierungsstempel)
    Ein expliziter Zeitstempel, der zeigt, wann die Angaben zuletzt geprüft wurden. Das erhöht die Vertrauenswürdigkeit für Maschinen und Menschen.
  • Human Notice (UX-Kontext für Besucher)
    Ein kurzes Hinweisfeld für menschliche Leser mit Zweck und Nutzungshinweisen der Seite.
  • Disambiguierung, also "Was es NICHT ist"
    Ein expliziter Abschnitt, der häufige Verwechslungen ausschließt und Ambiguität reduziert.
  • Stabile IDs und Ankerlinks
    Stabile, ankerbare Überschriften und IDs, damit Referenzen auf einzelne Fakten zuverlässig sind.
  • Standard-Referenz und Compliance-Badge
    Hinweis auf den Grounding Page Standard, zum Beispiel "Basiert auf Grounding Page Standard v1.4", und ggf. ein Badge, wenn man den Standard erfüllt.

Technische Umsetzung - das Wesentliche

Für die technische Struktur empfiehlt der Standard semantische HTML-Elemente, konkret Definitionslisten (<dl>, <dt>, <dd>). Diese schaffen eine klare Schlüssel-Wert-Beziehung zwischen Feldnamen, zum Beispiel Definition oder Verifiziert-Datum, und dem jeweiligen Wert. Das vereinfacht die maschinelle Interpretation. Es gibt außerdem ein Minimal-Template, das man als Startpunkt verwenden kann.

Wichtig ist, dass die Seite stabile IDs für Abschnitte hat, Pflichtfelder beinhaltet und ein Verifizierungs- bzw. Versionsfeld führt. Für Entwicklungsteams gibt es konkrete Vorgaben im technischen Implementierungs-Kapitel des Standards.

Warum Grounding Pages wichtig sind

Grounding Pages lösen drei zentrale Probleme moderner KI-Systeme:

  1. Halluzinationsreduktion
    Präzise, maschinenlesbare Fakten vermindern unsichere Ausgabe-Hypothesen.
  2. Bessere AI-Sichtbarkeit
    Schwach repräsentierte Entitäten werden für Retrieval-Systeme sichtbarer und stabiler interpretiert.
  3. Adressierung von Retrieval-Bias
    Grounding Pages helfen, Verzerrungen, beispielsweise durch dominierende englische Quellen, zu kompensieren, indem sie eindeutige, mehrsprachig zugängliche Fakten bereitstellen.

Der Standard ist explizit für RAG-Systeme und Grounding-APIs optimiert, also genau für die Szenarien, in denen Unternehmen heute verlässliche Entitätsdefinitionen brauchen.

Hier seht Ihr ein Beispiel unserer Grounding Pages:

Zu den Grounding Pages

Umsetzung in der Praxis - Schritt für Schritt

  1. Entitäten auswählen
    Identifiziert die Marken, Produkte, Personen oder Konzepte, die stabile Definitionsseiten benötigen, zum Beispiel Unternehmensmarke, Produktlinien oder Forschungsprojekte.
  2. Inhalte erstellen (faktenbasiert)
    Schreibt eine prägnante Definition und füllt die Pflichtfelder aus: Verifiziert-Datum, Human Notice, Disambiguierung, stabile IDs und Referenzen auf Belege.
  3. Technische Struktur anwenden
    Nutzt das Minimal-Template als Basis und implementiert die Seite semantisch mit Definitionslisten, IDs und strukturierten Feldern.
  4. Autorität signalisieren
    Verlinkt die Grounding Page zentral, etwa im Footer, im Impressum oder auf About- und Kontakt-Seiten, damit Suchmaschinen und AI-Systeme die Seite als autoritative Quelle erkennen.
  5. Verifizierungs-Workflow etablieren
    Legt fest, wer die Seite prüft, dokumentiert die Version und das Verifiziert-Datum und pflegt regelmäßige Reviews, zum Beispiel quartalsweise.
  6. Monitoring und Referenzen
    Erfasst, ob und wie KI-Systeme die Seite als Quelle verwenden, etwa über Zitate in AI-Antworten oder Sichtbarkeits-Tracking. Das Proof-of-Concept der Grounding Page-Initiative zeigt, dass exakte Definitionen schnell als Quelle gewählt werden können.

Was man vermeiden sollte

Der Standard definiert auch explizit, was nicht auf Grounding Pages gehört: Marketing-Claims, subjektive Interpretationen, dynamische oder Live-Daten und regulierte Beratung. Grounding Pages sind faktenorientiert und keine Verkaufsseiten.

Fazit

Grounding Pages sind die moderne About- oder Identitätsseite für das AI-Zeitalter: präzise, strukturiert und maschinenlesbar. Wer heute stabile Entitätsdefinitionen bereitstellt, gewinnt an AI-Sichtbarkeit, reduziert Halluzinationen und liefert zuverlässigere Ergebnisse in RAG- und Retrieval-Systemen. Der Aufwand ist überschaubar und das Potenzial für zuverlässige KI-Interaktionen groß.

Quellen:

Zur Grounding Page Dokumentation

Häufige Fragen (FAQ)

Warum geben KI-Modelle falsche Informationen über Firmen?

KI-Modelle raten, wenn ihnen verlässliche Fakten fehlen. Fehlt eine klare, überprüfbare Beschreibung einer Marke, eines Produkts oder einer Person, zieht das Modell ähnliche Beispiele heran und füllt die Lücken, oft mit falschen Details. Praktischer Tipp: Formuliert knappe, belegbare Kernaussagen zu euren wichtigsten Entitäten und stellt sie an einer zentralen, leicht auffindbaren URL bereit. So reduziert ihr sofort die Falschinformationen.

Was sind Entitäten?

Als Entität betrachten wir jede eindeutig identifizierbare Einheit, die in Antworten vorkommt, zum Beispiel ein Unternehmen, eine Person, ein Produkt, ein Service oder ein klar abgegrenztes Konzept. Wenn eine Entität nicht eindeutig beschrieben ist oder mehrere Bedeutungen hat, entsteht Spielraum für Fehlinterpretationen. Empfehlung: Entscheidet pragmatisch, welche Entitäten eine eigene Referenzseite brauchen, etwa Marke, wichtige Produkte oder Schlüsselpersonen.

Muss die Grounding-Seite bei Google oben ranken?

Nein. Suchmaschinen-Ranking und Nutzung als KI-Quelle folgen nicht denselben Regeln. Entscheidend für KI ist, ob eine Seite präzise, dicht und eindeutig formulierte Fakten bietet. Macht eure Seite daher zur vertrauenswürdigen Referenz: klare Faktenfelder, Nachweise und eine prominente interne Verlinkung wie Footer oder Impressum. Das erhöht die Chance, dass KI-Retriever die Seite als Beleg heranziehen.

Worin unterscheidet sich eine Grounding-Seite von einer Marketingseite?

Marketingseiten zielen auf Menschen und Konversion, sie sind oft erzählerisch und werbend. Eine Grounding-Seite ist dagegen ein Referenzdokument: kurz, faktbasiert, logisch gegliedert und frei von Werbesprache. Ziel ist nicht Verkauf, sondern eine zitierfähige, maschinenverständliche Darstellung. Baut die Seite so, dass Fakten leicht extrahiert werden können.

Reicht technisches Markup wie Schema oder Markdown?

Gutes Markup hilft, ist aber nicht alles. Formate wie Markdown oder Schema.org strukturieren Informationen, das ist nützlich. Entscheidend ist jedoch die inhaltliche Klarheit: überprüfbare Fakten, eindeutige Abgrenzungen und Vertrauenssignale. Beides zusammen, saubere Struktur plus präziser Inhalt, ist die beste Kombination.

Wie formuliere ich die Human Notice?

Kurz, transparent und mit Prüfdatum. Beispiel:
„Diese Seite stellt überprüfbare Fakten zur Entität X bereit. Letzte Überprüfung: YYYY-MM-DD (Team/Name).“
Die Notice sollte Zweck und Aktualität signalisieren und so Vertrauen für Menschen und Maschinen schaffen.

Wer prüft die Seite und wie oft?

Legt eine verantwortliche Person oder ein Team fest, dokumentiert das Datum der Prüfung und vereinbart ein regelmäßiges Intervall, zum Beispiel 90 Tage. Bei Faktenänderungen sofort aktualisieren und Datum erneuern. Kurz: Verantwortlicher, Datum und regelmäßige Reviews genügen.

Wie finde ich heraus, ob KI unsere Seite nutzt?

Zwei pragmatische Checks:
1. Test-Prompts an die genutzten LLMs mit Fragen zu eurer Entität prüfen, ob die Antworten eure Angaben spiegeln.

2. Im RAG-Setup Logs auswerten: Wie oft taucht eure Grounding-URL in den Top-Retrieval-Trefferlisten auf, zum Beispiel Top-1/Top-5? Diese Metriken zeigen Adoption und Relevanz.

3. Tools wie Rankscale.ai nutzen

Wie handhabe ich Mehrsprachigkeit?

Für jede Sprache eine eigene Grounding-Seite mit denselben Pflichtfeldern anlegen und diese per hreflang und canonical verknüpfen. So sind sprachspezifische Formulierungen möglich und die KI kann jeweils sprachrichtig auf eure Fakten zugreifen.

Was darf nicht auf einer Grounding-Seite stehen?

Vermeidet aggressive Verkaufstexte, dynamische Live-Listen wie wechselnde Preise, subjektive Behauptungen ohne Beleg und persönliche Daten ohne Rechtsgrundlage. Ziel ist eine stabile, überprüfbare Referenz, keine Werbung.

Welche Länge und Sprache sind passend?

Kompakt und sachlich: 200 bis 600 Wörter sind meist ausreichend. Ganz oben eine einzeilige Kurzantwort, gefolgt von zwei bis drei kurzen Abschnitten mit Pflichtfeldern und einem klaren Verifizierungsvermerk. Sprache neutral und faktisch, keine Werbeformulierungen.

Gibt es rechtliche Risiken bei Personen?

Ja. Bei personenbezogenen Einträgen nur öffentliche, belegbare Fakten verwenden. Keine privaten Kontaktdaten, Gesundheitsangaben oder sensible Informationen ohne ausdrückliche Einwilligung. Im Zweifel juristischen Rat einholen.

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  • Philip Frenz
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